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Bewegender Abschied von einem beliebten Schulleiter Amtseinführung von Dr. Ralf Güntner als neuer Rektor
Eröffnet wurde die sehr gut besuchte Veranstaltung von der Bläsergruppe der Klassenstufen 6/7 unter Leitung von Thomas Krickl. Die „Feuerwerksmusik“ von G. F. Händel bildete einen Auftakt, die nach den Worten von Konrektorin Inge Bader Heiterkeit, Würde, Festlichkeit und Freude zum Ausdruck bringe. In ihren Begrüßungsworten betonte sie, dass zwar eine Ära zu Ende gehe, dass aber ein reibungsloser Übergang auch einen Grund zum Feiern darstelle.
Nach einer weiteren Darbietung der Bläser skizzierte Herr Kesselburg vom Schulamt Göppingen die berufliche Laufbahn von Jürgen Rulka. Aufgewachsen in Berlin, 1953 nach Ulm übergesiedelt, war er zunächst im gehobenen Postdienst tätig. Nach seinem Entschluss, Lehrer zu werden, verbrachte der scheidende Schulleiter viele Jahre an der Haldenberg-Realschule in Uhingen, wo er zwischen 1987 und 1989 bereits als Konrektor Verantwortung übernahm. Dann folgte die Berufung zum Schulleiter nach Rechberghausen, wo er sich verstärkt um den Ausbau der Verbundschule, die Schulmusik, Kunst und Kultur sowie einen regen Schüleraustausch eingesetzt habe. „Sie übergeben ein bestelltes Feld“ – mit diesen Worten wünschte Herr Kesselburg Jürgen Rulka Gesundheit und viel Freude im neuen Lebensabschnitt. Seinen Willkommensgruß an Dr. Ralf Güntner, den er als hervorragenden Sozialwissenschaftler und erfolgreichen Mitarbeiter beim Landesinstitut für Schulentwicklung bezeichnete, schloss er mit dem Wunsch nach Freude, Gelassenheit, Fortune und einer guten Zusammenarbeit mit der Schulbehörde.
Der Verbandsvorsitzende, Bürgermeister Rainer Ruf, stellte die Verbundenheit der Schule mit dem Schulträger heraus und bezeichnete Jürgen Rulka als „Stern am Schulhimmel im Landkreis“, wobei sowohl dessen Engagement für ein positives Schulklima als auch die Vision für notwendige bauliche Erweiterungen sowie die Bereitschaft, alle Schüler aus dem sehr großen Einzugsbereich aufzunehmen, als herausragende Leistungen zu würdigen seien. Jürgen Rulka war stets präsent und mit Rechberghausen verbunden. Als weitere Eckpunkte nannte Ruf den fairen Umgang mit den Gemeinden des Verbandes und nicht zuletzt das gelungene Schuljubiläum im Jahre 2005. „Wer 19 Jahre eine so große Schule geleitet hat, hat Großes geleistet!“ Mit diesen Worten sowie einem herzlichen Dankeschön an Frau Rulka schloss der Bürgermeister seine Worte der Anerkennung für die Leistungen des scheidenden Rektors. Seinen Nachfolger Dr. Güntner hieß er willkommen und betonte, dass in einer Zeit des großen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Umbruchs keine leichte Aufgabe auf ihn warte, er aber jeglicher Unterstützung der Kommune sicher sein könne.
Nach einer Auflockerung des „Schurwald-Zirkus“ unter der Leitung von U. Blanck-Micke sagte Inge Bader in ihrer eindrucksvollen Laudatio, es sei schwierig, die Eigenschaften eines Chefs wie Jürgen Rulka „unter einen Hut“ zu bringen. Sie stellte ihre Rede unter das Motto „Hüte“ und verdeutlichte somit die vielen Facetten des Führungsstils von Jürgen Rulka. Vom „Philosophenhut“ über den mit Zivilcourage verbundenen „Hecker-Hut“ und den Baustellenhelm kam sie schließlich zu der Ansicht, dass die wohl zutreffendste Symbolik in einer Kapitänsmütze liege: Mit ihr könnten Überblick, Verantwortungsgefühl, als auch die Fähigkeit, die gesamte Schurwald-Besatzung meisterhaft zu steuern, am deutlichsten beschrieben werden. Inge Bader dankte Jürgen Rulka für dessen unermüdliche Arbeit, verbunden mit einem stets wohlwollenden Blick für die Belange der Menschen. Frau Rulka bezeichnete sie als „Partnerin einer großen Schulfamilie“ und bedankte sich bei ihr für die nicht immer einfache Aufgabe, ihren Gatten „aufzufangen“ und zu unterstützen. Kollegen wünschten in einem Lied „Hoffnung und Gottes Segen“. Abschiedsschmerz beinhalte neben Wehmut auch Freude, Erwartungen und Hoffnung, so die Konrektorin. Sie stellte heraus, dass „der Neue“, der ja kein Unbekannter sei, auf Kontinuität hoffen lasse und das Schulschiff in diesem Sinne weitersteuern werde. Der Elternbeiratsvorsitzende Lutz Chalupecky sprach von „wohlgefühlten Eindrücken“ und dankte Jürgen Rulka für sein stets offenes Ohr für die Elternschaft. Er sicherte Herrn Dr. Güntner die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu, so dass „Schule im Ort lebt“. Als Vertreterinnen der SMV bedankten sich Mona Görisch und Lisa Bittner bei Jürgen Rulka für die „menschliche Art des Umgangs“ mit der Schülerschaft und wünschten auch seinem Nachfolger Glück und Erfolg. „The Conquest of Paradise“, eine Koproduktion von Unterstufenchor und Schulabgängern, läutete die zahlreichen Grußworte ein. Rektorin Ursula Seng aus Wäschenbeuren hob Jürgen Rulkas Verlässlichkeit und seine Bereitschaft, Neues zu wagen, hervor. Schuldekan Anton König wartete mit einer bemerkenswerten Rückschau auf, in der das persönliche Erreichen von Zielen und die Möglichkeiten der Entfaltung im Mittelpunkt standen. Seminarleiterin Kristina Schmid lobte die kompetente und menschliche Betreuung der Referendare und äußerte ihre Zuversicht, dies auch mit dem neuen Schulleiter fortsetzen zu können. In seinem Rückblick betonte Jürgen Rulka, dass er den „Feierabend“ mit viel Wehmut, aber auch einer gewissen Freude angehe. Nun bleibe mehr Zeit für Liegengebliebenes, Aufgeschobenes, Hobbys und vor allem für die Familie, bei der er sich eindrucksvoll bedankte. Humorvoll zählte der Mathematiker einige Zahlen in Verbindung mit Tätigkeiten und Amtshandlungen auf, sagte aber auch, dass für ihn die vielen Einzelerlebnisse und das Individuum stets im Vordergrund gestanden hätten. Er bedankte sich bei allen Mitarbeitern, Kollegen, seinen Sekretärinnen, dem Hausmeisterehepaar, der Schulverwaltung, den Gemeindevertretern und nicht zuletzt bei den Schülerinnen und Schülern. Er wünschte sich die Gesundheit, jetzt das tun zu können, wofür bisher oft keine Zeit zur Verfügung stand. Er verabschiedete sich bei allen Anwesenden mit einem „Leben Sie wohl!“, und es folgten stehende Ovationen – für alle Anwesenden ein bewegender Moment. Der neue Chef, Dr. Ralf Güntner, dankte allen und sprach offen von dem Mut, Neues anzupacken. Für ihn sei Jürgen Rulka immer ein Vorbild gewesen, vor allem im täglichen Umgang. Als Perspektive nannte er das Zusammenwirken der Schulgemeinschaft, also aller am Schulleben Beteiligten, um Gestaltung voranzutreiben. Sein „Packen wir es an!“ unterstrich seinen Tatendrang und die Freude und Elan, die neue Aufgabe anzugehen. Kolleginnen und Kollegen setzten mit dem Song „Don’t worry, be happy“ und dem „Final-Countdown“ den Schlusspunkt einer von Inge Bader hervorragend organisierten und moderierten Veranstaltung. Ein Abschied, der die Gemüter bewegte, aber auch Optimismus verspüren ließ.
(Siegfried Sahl)
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